Berühmte Uhrmacher der Geschichte:

Hans Wilsdorf


Hans Wilsdorf Hans Wilsdorf wird am 22.März 1881 im oberfränkischen Kulmbach geboren. Nach dem Tod seiner Eltern im Jahre 1893 schickt ihn sein Onkel in ein Internat. Seine Ausbildung absolviert Wilsdorf bei einer Aussenhandelsfirma. 1900 zieht er nach La Chaux De Fonds und lernt dort bei Cuno Korten, einem Uhrenexporteur, den Handel mit Uhren.

Anschließend zieht er nach England, wo er bei einem Importeur für Uhren arbeitet. 1905 schließlich gründet er in London seine eigene Firma Wilsdorf&Davies, in dem Bewusstsein, dass den Armbanduhren die Zukunft gehört.

Doch es stellen sich viele Fragen. So ist es zu dieser Zeit undenkbar, dass ein Uhrwerk so klein sein kann, dass man es in eine Armbanduhr einbauen konnte und gleichzeitig die extremen Gegebenheiten, die Aufgrund der dauernden Bewegung entstehen, überstehen könnten. Ein anderes Problem ist das Eindringen von Staub und Feuchtigkeit, das unweigerlicher jeder Armbanduhr ein schnelles Ende bereiten würde.

Hans Wilsdorf kontaktiert Hermann Aegler in Biel, welcher ihn mit Werken zum relativ günstigen Preis beliefert. Zusätzlich stellt Wilsdorf Uhrmacher ein, die jedes Werk testen, bevor es zum Verkauf geht. Hunderte verschiedener Modelle machen die Armbanduhr zunehmend populär und zu den anfänglich in silber gehaltenen Uhren kommen schnell auch Goldene. 1906 wird das flexible Metallband vorgestellt und spätestens 1908 gehört Wilsdorf & Davis zu den größten Uhrenhändlern im Königreich.

Wilsdorf hat den Wunsch, einen Markennamen auf seine Uhren zu drucken. Üblich ist bisher nur eine Verkäufersignatur. Anders in der Schweiz, wo Uhrmacher ihre Namen aufs Zifferblatt drucken. Doch Wilsdorf nimmt von letzterer Möglichkeit abstand. Er entwickelt statt dessen den Markennamen ROLEX. Dieser Name hat einige Vorteile. So besteht er aus 5 Buchstaben, was für die Symmetrie wichtig ist. Er ist kurz, leicht zu merken und klingt in allen Sprachen gleich. Unbestätigt hingegen ist, ob der Name Rolex aus Horlogerie Exquise entstanden ist.

Am 22. März 1910, Wilsdorfs 29. Geburtstag, erhält die erste Rolex vom Prüfbüro in Biel ein Zertifikat erster Klasse. Dies ist Wilsdorf sehr wichtig, weiss er doch, dass ohne die Anerkennung durch unabhängige Institutionen kein Qualitätsnachweis zu erbringen ist. Doch erst vier Jahre später, am 15. Juli 1914, erfolgt auch die Anerkennung durch das Kew Observatorium in England.

Nach 45 Tagen mit unterschiedlichen Tests in verschiedenen Positionen und Temperaturen besteht die Rolex die Prüfung für Schiffschronometer, da ein Prüfprogramm für Armbanduhren zu dieser Zeit noch nicht vorliegt.

Einen schweren Rückschlag erhält Wilsdorf im Jahre 1915, als im Zuge des Ersten Weltkrieges England einen Importzoll in Höhe von 33,3% erhebt. Er entschließt sich, mit seinen über 60 Angestellten, in die bereits im Jahre 1912 gemieteten Büros in Biel zu ziehen, ganz in die Nähe des Werkherstellers Aegler.

1919 wird die Montres Rolex SA in Genf gegründet.

Rolex stellt eine Menge von unterschiedlichen Uhren her und stellt die Präzision der Werke durch Anerkennung mit dem Kew A Zertifikat unter Beweis.

Doch noch immer machen Staub und Feuchtigkeit den Uhren zu schaffen. Ein Meilenstein wäre ein wirklich staub- und wasserdichtes Gehäuse. Im Jahre 1926 ist dieser Meilenstein erreicht, die Rolex Oyster ist geboren und wird im September 1926 patentiert. Einen Monat später folgt das Patent auf die Twinlock Krone, eine verschraubbare Krone, die ebenfalls Wasserdichtigkeit gewährt.

Um dies unter Beweis zu stellen durchschwimmt die Londoner Stenotypistin Mercedes Gleitze am 7. Oktober 1927 den Ärmelkanal mit einer Rolex Oyster am Handgelenk. Die 15 Stunden im Wasser machen der Uhr nichts. Sie funktioniert einwandfrei. Eine Sensation!

Um dies publik zu machen, schaltet Wilsdorf am 24. November 1927 für 40.000 Franken eine Anzeige auf dem Titelblatt der Daily Mail. Der Erfolg der Rolex Oyster ist nun nicht mehr aufzuhalten.

Der nächste Schritt auf dem Siegeszug der Rolex ist 1931 die Erfindung eines Uhrwerks mit Selbstaufzug, dass als Perpetual in die Geschichte eingeht. Ein Rotor, der auf dem Uhrwerk sitzt und sich frei in jeder Richtung um die eigene Achse drehen kann zieht bei jeder noch so kleinen Bewegung das Uhrwerk auf.

Ab 1945 zieht sich Wilsdorf zunehmend aus den Geschäften zurück und vereinigt im Gedanken an seine 1944 verstorbene Frau alle Aktien von Montres Rolex SA Genf in der Stiftung Hans Wilsdorf.

Hans Wilsdorf stirbt am 6. Juli 1960 im Alter von 79 Jahren.
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