Berühmte Uhrmacher der Geschichte:

Julius Assmann


Julius Assmann Julius Assmann (*02.10.1827, +15.08.1886) lernte in seiner Heimatstadt Stettin die Uhrmacherei und ging anschließend nach Berlin, wo er bereits neue Taschenuhren zu bauen begann. Er hörte von der aufkommenden Uhrenfertigung in Glashütte und trat 1850 bei der Firma Lange als Regleur ein. Bereits 1852 gründete auf Anraten und unterstützt von F-A Lange 1852 eine eigene Taschenuhren- Fabrikation und stellte ähnliche Produkte wie die Firma Lange her. Sowohl Lange, wie auch Assmann-Uhren waren von hervorragender Qualität und konnten ohne weiteres mit Schweizer Fabrikaten konkurrieren.

Zwei Jahre später heiratete er eine Tochter von Friedrich Gutkaes. Am 25.08.1854 wurde der Sohn Paul Assmann (+ 01.06.1911) geboren, der 1875 in die Firma eintrat und 1877 Teilhaber wurde. Paul Assmann hatte seine Ausbildung bei seinem Vater erhalten, hatte danach die Uhrmacherschule in LeLocle/Schweiz besucht und arbeitete danach bei verschiedenen renommierten Betrieben in der Schweiz. Nach dem Tod des Vaters im Jahr 1886 übernahm er die Leitung und war von 1885 bis 1898 Mitglied des Aufsichtsrates der Uhrmacherschule in Glashütte.

Als in den 90er Jahren die Nachfrage nach preiswerten Taschenuhren zunahm, konnte und wollte Paul Assmann keine eigenen preiswerten Taschenuhren entwickeln, sondern vereinbarte 1895 eine technische Zusammenarbeit mit der Schweizer Firma Gruen. Dabei wurden die aus der Schweiz bezogenen Rohwerke mit Glashütter Komponenten (u.a. Kompensationsunruhen, Brequet- Spiralfedern) versehen und dadurch erheblich aufgewertet. Später wurde auch ein gemeinsames Uhrwerk mit der Firma Gruen entwickelt.

1897 trat der bekannte Uhrmacher G. Heinrich als Partner in die Firma Assmann ein und wurde 1899 Mitglied des Aufsichtsrates. Der Sohn Ernst Assmann (*1881) arbeitete 2 Jahre als Uhrmacher in der Schweiz und übersiedelte dann in die USA, wo er bis 1950 für die Fa. Gruen tätig war.

Als Paul Assmann im Jahr 1911 starb, übernahm der Partner Georg Heinrich allein die Firmenleitung, da beide Söhne Paul Assmanns im Ausland waren. Am 01.06.1917 schloss Heinrich die Firma Assmann der Eduard Hermann AG mit Verwaltungssitz in Eisenberg/ Thüringen an. (1920 nach Berlin, Feurigstr. 54 verlegt.) Die E. Herrmann AG hatte sich zum Ziel gesetzt alle Arten von Uhren, von der Taschenuhr bis zur Standuhr, in eigenen Betrieben zu fertigen und ausschließlich in eigenen Uhrenhandlungen zu verkaufen.

Dieser Firmenverband geriet jedoch 1925 in wirtschaftliche Schieflage (laut Aktenauszug wegen unsachgemäßer Leitung). Ein Vergleichsvorschlag wurde von der Gläubigerversammlung abgelehnt. Nachdem einem Konkursantrag ebenfalls nicht stattgegeben wurde, wurde die Firma Assmann liquidiert: 1926 wurde die Schließung der Firma Assmann, Zweigniederlassung der Edmund Hermann AG. bekannt gegeben und von Fritz Assmann, (Sohn von Paul Assmann) als J. Assmann GmbH neu gegründet und geleitet. Bei der Neugründung wurde allen Betriebsangehörigen gekündigt, danach war ein großer Teil wieder eingestellt worden.

Fritz Assmann versuchte das Unternehmen durch Reparaturen und Anfertigung von Uhren aus Restbeständen wieder auf die Beine zu bringen. Diese Pläne scheiterten, da durch ein heftiges Unwetter im Jahr 1927 im Müglitztal der größte Teil der Maschinen, Werkzeuge und Möbel der Firma Assmann zerstört wurden. Dieser Katastrophe in Verbindung mit der ständig zunehmenden Nachfrage der Kunden nach Armbanduhren war die Firma Assmann nicht mehr gewachsen. Die Fertigung von Taschenuhren ging immer weiter zurück und wurde um 1929 aufgegeben und die Firma J.Assmann GmbH. geschlossen. Es wird geschätzt, dass durch die Firma Assmann insgesamt etwa 40 000 Uhren hergestellt worden sind.

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