Berühmte Uhrmacher der Geschichte:

Voltaire


Voltaire Heißt mit bürgerlichem Namen eigentlich "François-Marie Arouet", geboren am 21. November 1694 in Paris, gestorben am 30. Mai 1778 ebenfalls in Paris. Kaum jemand weiß jedoch um seine Verdienste für die Uhrmacherei, auch wenn er selbst kein Uhrmacher gewesen ist.

Voltaire gründete eine große Uhrenfabrik in der französischen Stadt Ferney (an der Grenze zur Schweiz), die heute auch seinen Namen als Zusatz trägt: "Ferney-Voltaire".

Voltaire förderte diese Stadt mit allen ihm zur Verfügung stehenden Mitteln und gründete im Jahr 1768 eine Manufaktur für Seidenstrümpfe. Nachdem diese eher schlecht als recht lief, stellte er die Produktion auf Taschenuhren um. Sein Vorteil war die gegenwärtige politische Unordnung in Genf, die viele Uhrmacher aus der Stadt vertrieb. Voltaire nahm sie gerne in Ferney auf, baute Wohnhäuser, lieh ihnen Geld. Im Oktober 1770 waren 40 solcher Häuser fertig, eines trug über dem Eingang die Inschrift "Königliche Taschenuhrenmanufaktur von Ferney" - die gleiche Inschrift, die man auf einigen seiner Taschenuhren findet. Allerdings scheint diese Bezeichnung nicht ganz rechtens zu sein, denn es finden sich keine Dokumente über die Gründung dieser Manufaktur.

Seine Kolonie von Uhrmachern vergößerte sich von Tag zu Tag, 1773 waren es 600 Angestellte, 1776 bereits doppelt so viele! Produziert wurde eine breite Palette an Uhren, von einfachen Taschenuhren bis hin zu komplizierten Repetitions-Taschenuhren, teils mit Gravuren und Emaille-Arbeiten ganz wie in Genf. Voltaire war hier nicht nur ein reiner Arbeitgeber, er kümmerte sich auch intensiv mit dem Vertrieb bzw. Verkauf seiner Uhren und ließ dabei seine sämtlichen Beziehungen spielen! So konnte er auch Jean-Antoine Lepine für sich gewinnen, der ebenalls nach Ferney kam und dort eine Werkstatt einrichtete und dort ebenfalls bis 1792 Uhrmacher beschäftigte, bis die Uhrenproduktion in Ferney langsam ein Ende fand.

Voltaire starb 1778.


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