Uhrenfirmen, -manufakturen und -hersteller


de Kienzle

Die Firma Kienzle hatte eine Geschichte voller Veränderungen, welche 1822 begann: Der Uhrmachermeister Johannes Schlenker begann 1822 zusammen mit seinen Söhnen Christian-Johannes, Erhard und einem weiteren Sohn mit der Herstellung von Schwarzwälder Uhren, ab 1855 wurden auch Kontrolluhren für Nachtwärter gefertigt. Das Unternehmen Schlenker ist auch mittlerweile erfolgreich mit seinen Uhren und exportiert in viele Länder. In Prag und Wien gab es sogar Niederlassungen für den Verkauf der Uhren. Nach dem Tod des Johannes im Jahr 1864 übernahm der Sohn Christian-Johannes das Unternehmen.
Unterdessen ab ca. 1873 arbeitete Jakob Kienzle (1859-1935) in der Uhrenfabrik seines Pflegeonkels Friedrich Mauthe, der die Vormundschaft über Kienzle nach dem Tod des Vaters übernahm. Doch noch im gleichen Jahr wird er nach Triberg geschickt, um dort auch eine kaufmännische Ausbildung zu erlangen.
1883 heiratet Jakob Kienzle die Tochter Agathe des Christian-Johannes Schlenker und wird auch Teilhaber an der Schlenker-Uhrefirma. Die Firma nennt sich daraufhin "Schlenker & Kienzle". Kienzle ist sehr erfolgreich in der Firma und kann dessen Absatz schnell ansteigen lassen. Auch führt er die maschinelle Fertigung von Uhren ein. und errichtet neue Fertigungsgebäude, eines davon direkt neben der Mauthe-Uhrenfirma, welche fortan Kienzle ständig behindert.
1885 starb Christian-Johannes Schlenker, seine Position übernimmt dessen Sohn und Schwager des Kienzle Carl-Johannes. 1887 errichtet Kienzle in Böhmen ein großes Zweigwerk. 1897 gibt es Differenzen mit Carl-Johannes über die Firmenpolitik, Carl-Johannes Schlenker verließ die Firma und Jakob Kienzle wurde somit alleiniger Inhaber.
Ab 1908 wurden auch Taschenuhren hergestellt, ab 1910 auch mit Kalenderanzeige. 1913 kaufte Kienzle die Uhrenfirma »Carl Werner aus Villingen. auf. Während des ersten Weltkrieges (1914-1918) bricht die Nachfrage nach Uhren ein und die Firma produziert neben Armbanduhren für das Militär auch Zünder. Nach Kriegsende im Jahr 1919 benennt Kienzle die Firma in "Schlenker-Kienzle Uhrenfabriken KG" um und zog sich aus dem Geschäft zurück. Seine Söhne Dr. Herbert Kienzle und Christian Kienzle übernehmen die Firmenleitung. 1922 wird das Unternehmen dann in "Kienzle AG" umbenannt.
1956 werden Automatik-Armbanduhren in Serie produziert. 1964 wird das Unternehmen in eine GmbH umgewandelt.
1972 kommt die erste (Quarz-)Uhr mit Solarzelle. 1985 übernimmt Kienzle die Württembergische Uhrenfabrik Bürk Söhne und führte sie bis 1996 als "&Bürk Zeitsysteme" weiter. 1989 wird Kienzle allerdings von der DUFA, der Deutschen Uhrenfabrik aufgekauft, drei Jahre später wird die Kienzle GmbH in DUFA umbenannt - und geht 1996 bankrott. 1997 wird die Firma an den chinesischen Investor Highway Holdings aus Hong Kong aufgekauft, die Produktion wandert nach China.
2005 jedoch wurden die Markenrechte von der Kienzle AG in Hamburg übernommen, die Firma organisiert sich neu und stellt erneut Uhren her.




Für eine ausführliche Firmenbeschreibung empfehle ich das Lexikon der deutschen Uhrenindustrie 1850-1980 von Hans-Heinrich Schmid, siehe hierzu meine » Literaturliste.



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