Berühmte Uhrmacher der Geschichte:

Ferdinand Adolph Lange


Ferdinand Adolph Lange Adolph Ferdinand Lange wurde am 18.Feb. 1815 in Dresden geboren. Nachdem sich seine Mutter von seinem Vater getrennt hatte, wuchs er als Adoptivsohn in einer Kaufmannsfamilie auf.

Dort lernte er den gleichaltrigen Friedrich Gutkaes kennen, den Sohn des königlichen Uhrmachers Johann Friedrich Gutkaes. Dieser konstruierte die 5-Minuten-Uhr, die heute noch über der Bühne der Dresdener Semperoper zu bewundern ist.

Nach einer 5jährigen Ausbildung mit gleichzeitigem Besuch der Technischen Bildungsanstalt erlernten Adolph Lange und sein Freund Friedrich Gutkaes (jun) die höheren Kunst der Uhrmacherei. Lange blieb 2 Jahre nach dem Abschluss der Lehre bei Gutkaes (sen).

1837 trieb ihn die Neugier auf Wanderschaft. Ausgestattet mit einem Empfehlungsschreiben seines Lehrherrn führte Lange´s Wanderung über Mainz nach Paris zum berühmten Chronometermacher Josef Thadäus Winnerl, einem Schüler von Breguet. Dort blieb er vier Jahre und studierte nebenher Astronomie und Physik. Nach einem 6wöchigem Studienaufenthalt in London kehrte er 1841 zurück zu seinem einstigen Lehrherrn in Dresden, wo er die Tochter Antonia Gutkaes heiratete und Mitinhaber der Firma wurde.

Nachdem Lange mit einigen selbst konstruierten komplizierten Uhren und astronomischen Pendeluhren der Firma innerhalb kurzer Zeit zu einem bemerkenswerten Aufschwung verholfen hatte, unternahm er einen wichtigen Schritt der die Uhrenindustrie in Deutschland verändern sollte: In einem Schreiben an den Geheimen Regierungsrat von Weissenbach skizzierte er seine Vorstellungen von einer Gründung einer Taschenuhrfabrik im strukturschwachen Gebiet des Erzgebirges.

Eine Kommission wählte aus verschiedenen Gemeinden die kleine Stadt Glashütte aus. In Glashütte wurde im 17. und 18. Jahrhundert Bergbau betrieben. Da die Vorkommen sich erschöpften, war die Region sehr verarmt.

Das Königlich Sächsische Ministerium des Innern gewährte ihm ein Darlehn von 5580 Talern.

Der Plan von Adolph Lange war es, sich anfangs nur auf einen Typ Uhr zu konzentrieren, deren Konstruktion er nach mathematischen Berechnungen soweit vereinfacht und perfektioniert hatte und deren Bauteile auf zum Teil selbst konstruierten Maschinen mit hoher Effizienz hergestellt wurden.

Er ersetzte den Drehbogen durch den Drehstuhl mit Schwungrad, entwickelte eine neue Triebfräsmaschine und erfand das Glashütter Zentelmaß.

In der Uhrenkonstruktion waren die wichtigen Entwicklung der Glashütter Ankergang, die ¾ Platine sowie das Glashütter Karussell, einer Weiterentwicklung des Tourbillions von Breguet.

Lange begann 1845 mit 15 Lehrlingen, zwei früheren Schülern von ihm und zeitweise seinem Schwager Friederich Gutkaes die Produktion von Taschenuhren. Die Lehrlinge mussten sich bereit erklären, nach dem Ende der Ausbildung 5 Jahre lang für einen relativ bescheidenen Lohn ausschließlich für Lange zu arbeiten.

Adolph Lange starb am 3.Dez. 1875. In den 30 Jahren seines Schaffens wuchs die Einwohnerzahl von Glashütte von 1.030 auf 1.722. Die Uhrenbranche ernährte zu dieser Zeit ca. 355 Familien. Die Firma wurde nach dem Tod des Firmengründers von seinen Söhnen Richard und Emil weitergeleitet.
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