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Uhrenhemmungen...

Sautroghemmung

Nachdem die Ungenauigkeit der Spindelhemmung immer weiter auffiel, mußte eine neue Uhrenhemmung her, die weitaus präziser arbeiten sollte. So dachte ich der bekannte Uhrmacher Thomas Tompion das Prinzip dieser Hemmung aus, aber erst George Graham gelang um 1750 die entscheidende Perfektionierung, so daß sie fortan eine weite Verwendung finden konnte. Der Clou bestand u.a. darin, daß die Unruh weiter schwingen konnte als bei der vorherigen Spindelhemmung. Die ersten Formen der Zylinderhemmung nannten sich noch Sautroghemmung, da der Zylinder bzw. die Aushöhlung der Unruhwelle einem Sau- oder Schweinetrog ähnelte.


Aufbau und Funktion der Sautroghemmung

Sautroghemmung

In der dicken Unruhwelle sieht man den Zylinder, der wie ein hohler Halbkreis geschnitten ist (siehe die kleine Querschnitts-Abbildung oben). In diesen Zylinder greifen nacheinander die Zähne des Zylinderrades, das sich hier im Bild im Uhrzeigersinn drehen möchte. Anfangs trifft also von der linken Seite ein Zahn des Zylinderrades auf den Zylinder. Wenn die Unruh schwingt, kann der Zahn irgendwann in den Zylinder hineingleiten und gibt der Unruh durch die gebogene äuß:ere Form etwas Schwung für deren nächste Halbschwingung. Der Zahn kommt im Zylinderinneren zunächst zur Ruhe. Die Unruh schwingt bald zurück und gibt schließlich durch die Öffnung den Zahn wieder frei. Durch die Form des Zahns bekommt auch hier wieder die Unruh etwas Schwung, wenn der Zahn über die Zylinderwand gleitet. Wenn die Unruh abermals zurück schwingt, kann der nachfolgende Zahn schließlich auch in den Zylinder gleiten, das Spiel beginnt von vorn.